Wohnhaus B1

Ingenheim

Neubau Wohnhaus mit Garage

Das Flächenpotential vieler ländlicher Regionen und Dörfer liegt im Ortskern, in den nicht bebauten Freiflächen. So kann durch die Schließung von Baulücken die vorhandene Infrastruktur genutzt und besser ausgelastet werden. Dadurch wird die Zersiedlung der Landschaft verringert. Jedoch sind solche Freiflächen oft im Privateigentum und selten zu erwerben. Sie werden als Kapitalanlage gesehen oder als potentielles Baugrundstück für die eigenen Kinder, die Ihren Traum vom Eigenheim realisieren möchten.

Die Nähe zur Familie und die Ortsgebundenheit waren die Beweggründe Familie Beckers dieses Einfamilienwohnhaus auf einer innerörtlichen Freifläche zu errichten. Im Vordergrund dieser Planung stand der Wunsch der Bauherrschaft nach Einfachheit und Klarheit. Klare Geometrien, klare Linien und Kanten. Das Gebäude besteht aus zwei rechteckigen, zueinander versetzen Baukörpern und einem Vordach, das beide Elemente miteinander verbindet und mit einer einladenden Geste auf die Zuwegung des Hauses hindeutet.

Die Wohnräume im Erdgeschoss sollen als fließendes Raumkontinuum wahrgenommen werden. Als Raumtrenner dienen Kaminwand und Sichtbetonwand, die dennoch verschiedene Blickbezüge untereinander zu lassen. Durch die großen Verglasungen im Erdgeschoss nimmt man den Sonnenverlauf im Innenraum zu jeder Tageszeit wahr. Sie stellt gleichzeitig den Bezug zum Außenraum her und weitet die Raumgrenzen nach außen hin auf.

Eine offene Stahl-Holztreppe verbindet das Kellergeschoss mit dem Erdgeschoss und dem Obergeschoss. Diese zentrale Erschließung mit kurzen Wegen und kleinen Fluren nimmt den Grundgedanken der Einfachheit auf und sorgt für Ruhe und Klarheit.

Nahtlose Bodenbeläge, flächenbündige Türen und Sockelleisten sowie innenbündige Fenster stärken die Klarheit der Flächen und Geometrien im Innenraum. Als besonderes Gestaltungselement wurde ein Sitzfenster im Esszimmer eingebaut um den Mittelpunkt des Hauses, nämlich der Küche und Esszimmer zu stärken. Der Flächenebenheit im Innenraum soll die Plastizität der Außenhülle entgegenstehen. Die tiefen Fensterlaibungen und die aufgelösten Fensterecken formen einen skulpturalen Baukörper.

Projektleiter: Sebastian Metz
Bearbeiter: Sebastian Metz
LPH: 1-5 + Oberbauleitung
2012-2015
Fotos: © stephan baumann, karlsruhe, www.bild-raum.com